Das Abenteuer mit dem Raumschiff 🚀🐾
Heute war der komischste Tag meines ganzen Lebens und ich bin immerhin schon ganze zwölf Wochen alt. Es fing eigentlich ganz normal an.
Mama Pünktchen hatte uns gerufen und alle wollten zum Futter. Simba, der Frischling und ich natürlich auch.
Doch plötzlich wurde ich eingesammelt.
Einfach so.
Und ehe ich mich versah, saß ich alleine in einer Box.
Mit einem eigenen Napf. Okay... das war gar nicht so schlecht.
Aber dann ging es los. Die Box bewegte sich.
Es wackelte, rumpelte und brummte.
Da war für mich sofort klar: Ich wurde von einem Raumschiff entführt.
Frauchen nennt das zwar "Auto", aber das klingt ehrlich gesagt ziemlich unwissenschaftlich. Irgendwann hörte das Geschaukel auf.
Für mich war sofort klar: Ich wurde von Außerirdischen entführt. Frauchen behauptet zwar bis heute, das wäre ein "Auto" gewesen, aber das klingt für mich eher nach einer Ausrede.
Nach einer gefühlten Ewigkeit hörte das Wackeln auf.
Die Box wurde getragen.
Neue Gerüche strömten hinein.
Alles roch fremd.
Nicht nach Mama.
Nicht nach Simba.
Nicht nach Zuhause.
Dann wurde ich in einen Raum gebracht. Frauchen stellte meine Box ab, setzte sich neben mir auf einen Stuhl und blieb einfach dort sitzen.
Die Menschen nennen das wohl Gesellschaft leisten. Ich nenne es Beobachtung unter kontrollierten Bedingungen.
Jedenfalls saß sie da und nach einer Weile hatte sie diese riesigen schwarzen Dinger auf den Ohren.
Und redete. Mit sich selbst oder mit den Ohren. Ich weiß es bis jetzt nicht.
Ich habe beschlossen, erstmal nicht herauszukommen. Sicher ist sicher.
Also blieb ich in meiner Box sitzen und rief nach Mama, nach Simba und vielleicht aber nur ganz vielleicht ein bisschen lauter als nötig.
Nur für den Fall, dass sie mich nicht gehört hatten.
Dann passierte etwas Unerwartetes. Da war plötzlich eine andere Katze. Sie war grau-weiß. Und unglaublich neugierig.
Später erfuhr ich, dass sie Minnie heißt. Minnie wollte unbedingt zu mir. Wirklich unbedingt.
Sie schnupperte an der Tür, schob ihre Pfote darunter und versuchte immer wieder hineinzukommen.
Frauchen fand das allerdings nicht so toll. Jedes Mal wurde Minnie wieder hinausbegleitet. Danach saß sie draußen und sah beleidigt aus. So richtig beleidigt. Als hätte man ihr das letzte Leckerli weggenommen.
Irgendwann wurde ich mutiger. Ganz vorsichtig steckte ich die Nase heraus. Dann einen Fuß. Dann noch einen.
Ich schnupperte hier.
Ich schaute dort.
Alles war neu.
Jeder Geruch.
Jedes Geräusch.
Jeder Winkel.
Aber nach ein paar Minuten hatte ich genug Abenteuer für einen Tag erlebt. Also zurück in den sicheren Bereich. Man soll es ja nicht übertreiben.
Jetzt liege ich hier und denke nach. Vielleicht vermisse ich Mama ein kleines bisschen. Vielleicht vermisse ich Simba auch.
Aber vielleicht...
Vielleicht ist das hier gar nicht so schlimm. Mama hat mich zuletzt sowieso ständig weggeschubst. "Du bist jetzt groß", hat sie gesagt.
Komische Regel.
Denn in meinem Herzen bin ich immer noch ihr kleiner Loki.
Und dann ist da noch dieser Micky.
Der große Kater hier. Ich habe ihn zwar noch nicht richtig kennengelernt, aber er scheint vorsichtig zu sein. Fast so, als würde er genauso neugierig auf mich sein wie ich auf ihn.
Vielleicht werden wir Freunde.
Vielleicht zeigt er mir die Wohnung.
Vielleicht zeigt er mir auch die besten Schlafplätze.
Das werde ich wohl morgen herausfinden. Aber heute nicht mehr.
Heute brauche ich erstmal Schlaf.
Abenteuer sind anstrengend.
Euer Loki 🐾
